Kategorie:StartseiteWechseljahreZunahme in den Wechseljahren?

Warum manche Frauen während der Wechseljahre Gewicht zunehmen.

Als Wechseljahre oder Klimakterium bezeichnet man bei der Frau den Übergang von der Geschlechtsreife in den nicht mehr fruchtbaren Zustand. Der gesamte Zeitrahmen dieser Phase beträgt zwischen 10 und fünfzehn Jahren, die Wechseljahre beginnen im Durchschnitt zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr.

Einer gesunden Lebensführung wird heute eine entscheidende Bedeutung beigemessen, um den Beginn der Wechseljahre nach hinten zu verschieben und der offenbar unvermeidlichen Gewichtszunahme entgegenzuwirken.

Der weibliche Lebenszyklus

In den fruchtbaren Jahren einer Frau werden in den Eierstöcken die Hormone Östrogen und Progesteron produziert. In den Eierstöcken reift jeden Monat ein Eibläschen (Follikel) heran, wenn es nicht befruchtet wird, kommt es zur Menstruation.

Von Geburt an verfügst Du über den kompletten Vorrat an Follikeln. In jedem Zyklus reifen mehrere Tausend heran, doch nur einer setzt sich durch und gelangt zum Eisprung. Bis zum 40. Lebensjahr nimmt die Produktion der Follikel kontinuierlich ab, bis schließlich keine mehr heranreifen.

Parallel dazu sinkt auch der Östrogenspiegel im Blut ab und die Hirnanhangdrüse bildet verstärkt Gonadotropine. Man geht davon aus, dass die letzte Blutung stattfindet, wenn der Follikelvorrat aufgebraucht ist.

Prämenopause

Das Klimakterium lässt sich in verschiedene Phasen einteilen, die ineinander mit fließendem Wechsel übergehen. Die Wechseljahre kündigen sich unterschiedlich an, bei manchen so sanft, dass sie überhaupt nichts davon bemerken.

Andere leiden an Beschwerden, die dem Prämenstruellen Syndrom (PMS) ähnlich sind. In Deinem Bekanntenkreis kann Dir jede Frau ihre eigene Geschichte erzählen. Man nennt diese Phase, die zwischen drei bis sieben Jahren vor der eigentlichen Menopause beginnt, auch Prämenopause.

Typisch für diese Phase sind nur noch unregelmäßig erfolgende Eisprünge. Manchmal setzt der Monatszyklus aus, kommt im darauffolgenden Monat aber wieder. Verkürzte Zyklen kommen ebenfalls vor. Es kann während der Prämenopause zu Symptomen wie Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, trockener Haut und Gewichtszunahme kommen.

Abnehmen in den Wechseljahren kann also hier schon ein Thema sein. Bei sehr starken Beschwerden wird der Gynäkologe Progesterone verschreiben, auch Sport und eine gesunde Ernährung können Dir gegen die Beschwerden helfen.

Perimenopause

Der eigentliche Wechsel wird als Perimenopause bezeichnet. Bei einer sehr langen Prämenopause setzt diese Phase knapp zwei Jahre vor der Menopause ein. Sie ist gekennzeichnet durch sich verstärkende körperliche und psychische Beschwerden, die schon in der Phase zuvor aufgetreten sind.

Die Perimenopause einer Frau kann jederzeit zwischen Mitte ihrer 30er und frühen 50er Jahre beginnen. Dieser Übergang tritt jedoch typischerweise in ihren 40er Lebensjahren ein und dauert 4-11 Jahre [1].

Das individuelle Befinden ändert sich vor allem durch den immer niedriger werdenden Östrogenspiegel, die Zyklen werden länger und schwächer. Es kommt zu Stimmungsschwankungen bis hin zur Depression, Wassereinlagerungen, weiterer Gewichtszunahme, Hitzewallungen, Schlafstörungen und Herzrasen.

Diese Beschwerden, auch als klimakterisches Syndrom bekannt, stellen jedoch kein Krankheitsbild dar, sie sind Teil eines natürlichen Alterungsprozesses. Trockene Schleimhäute können vor allem beim Geschlechtsverkehr ein Problem darstellen. Zu den Schmerzen kommt oft das Gefühl, dass Du als Frau nicht mehr attraktiv bist. Bei wirklich starken Beschwerden kann eine Hormonersatztherapie Linderung verschaffen.

Menopause

Die eigentliche Menopause markiert die letzte, von den Eierstöcken gesteuerte Periodenblutung. Dass Deine Fruchtbarkeit zu Ende ist, lässt sich dann definitiv sagen, wenn innerhalb eines Jahres keine weitere Blutung erfolgt ist. Das durchschnittliche alter für die Menopause beträgt 51 Jahre [2].

Dann besteht auch kein Risiko mehr für eine Schwangerschaft. Die schützende Wirkung der Hormone auf die Gefäße endet, Frauen werden nun anfälliger für Herzkreislauferkrankungen und Osteoporose.

Postmenopause

In der Postmenopause nehmen die Wechseljahrsbeschwerden ab, die allgemeinen Symptome des Älterwerdens setzen ein. Diese Phase beginnt unmittelbar nachdem Du 12 Monate keine Periode hattest. Möglicherweise leidest Du immer noch unter hormonellen Schwankungen. Diese Phase kann bis zu 15 Jahren dauern, dann beginnt das Greisenalter, in der Fachsprache Senium genannt.

Wie Veränderungen im Hormonhaushalt den Stoffwechsel beeinflussen

Hormone sind die an allen elementaren Prozessen des Lebens beteiligten chemischen Botenstoffe. Nur bringen kaum welche Deinen Körper derart durcheinander wie die Sexualhormone während der Wechseljahre. Während der Perimenopause fällt das Progesteron kontinuierlich, aber langsam ab, während die Östrogene manchmal sogar innerhalb eines Tages großen Schwankungen unterworfen sind.

In der Anfangsphase der Perimenopause produzieren die Eierstöcke teilweise sogar unglaublich viel Östrogen. Sobald die Menstruationszyklen jedoch unregelmäßiger werden, sinkt auch der Östrogenspiegel ab.

Mehrere Studien kamen zu dem Ergebnis, dass der sinkende Östrogenspiegel zu Gewichtszunahme und verstärkter Bildung von Körperfett führt [3,4].

Frauen setzen während ihrer fruchtbaren Zeit generell Fett an den Hüften und Oberschenkeln an, diese Depots hat die Evolution eingerichtet, damit auch in Hungerzeiten ein Baby optimal im Bauch versorgt wird. Mit dem Beginn der Wechseljahre landet jedoch immer mehr Fett am Bauch, was das Risiko verstärkt, dass Du am metabolischen Syndrom oder Diabetes vom Typ 2 erkrankst [5].

Gewichtsveränderungen während der Perimenopause

Während der Perimenopause nimmt jede Frau im Durchschnitt mindestens ein bis zwei Kilo zu, doch die meisten mehr [6]. Das betrifft vor allem Frauen, die schon vor dem Einsetzen der ersten Wechseljahrssymptome übergewichtig waren.

Diese Gewichtszunahme ist ein Teil Deines natürlichen Alterungsprozesses, doch Du bist ihr nicht machtlos ausgeliefert. Denn während einer Studie mit Frauen zwischen 42 und 50 Jahren, die über einen Zeitraum von drei Jahren durchgeführt wurde, hat sich herausgestellt, dass Frauen, die sich bereits in den Wechseljahren befanden, genau so viel oder so wenig zugenommen haben wie die Frauen, die noch regelmäßig ihre Periode hatten [7].

Eine andere Studie aus den USA hat Frauen während der Perimenopause beobachtet, die meisten setzen Fett am Bauch an bei gleichzeitigem Verlust von Muskelmasse [8].

Möglich ist, dass das hormonelle Ungleichgewicht appetitsteigernd wirkt, denn Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das als Hungerhormon bekannte Ghrelin während der Perimenopause deutlich erhöht ist [9].

Weiterhin beeinflusst der niedrige Östrogenspiegel mit Leptin und Neuropeptid Y zwei weitere Appetitmacher. Zu Progesteron gibt es nur wenig Studien, doch Forscher sehen einen Zusammenhang zwischen niedrigen Progesteron- und Östrogenwerten und dem Auftreten von Gewichtszunahme [10].

Gewichtsveränderungen nach den Wechseljahren

Bei der Gewichtszunahme während des eigentlichen Wechsels scheint das Alter eine zentrale Rolle zu spielen. Denn eine Studie mit 1900 Teilnehmerinnen hat herausgefunden, dass weniger Fett angesetzt wurde, wenn der Wechsel vor dem Alter von 51 Jahren stattfand [11].

Viele Frauen sind in den Jahren des Wechsels und vor allem danach deutlich weniger aktiv, was die Fettverbrennung verlangsamt und zu einer Reduktion der Muskelmasse führt. Auch eine Insulinresistenz oder ein erhöhter Blutzuckerspiegel kommen häufiger während dieser Phase vor [12].

Obwohl Hormonersatztherapien durchaus kontrovers diskutiert werden, haben sie Erfolge bei der Reduzierung von Bauchfett gezeigt [13]. Allerdings solltest Du im Kopf behalten, dass Studien nur einen kleinen Teil eines Gesamtbildes zeigen, schließlich ist jede Frau individuell.

Wie Du Gewichtstzunahme in der Zeit der Wechseljahre verhinderst

Es gibt kein Patentrezept wie Du eine Gewichtszunahme während der Menopause, doch einige Tipps haben sich im Kampf gegen die Kilos bewährt.

  • Eine zucker-und stärkelastige Ernährung treibt Deinen Blutzuckerspiegel nach oben und führt zu Heißhungerattacken. Beim Abnehmen in den Wechseljahren hilft es, die Kohlenhydrate zu reduzieren, für Brot und Kuchen gibt es mittlerweile tolle Alternativen. Auch Leinsamen können helfen, Deinen Blutzuckerspiegel und somit auch die Insulinproduktion konstant zu halten [14,15,16].
  • Wenn Du Sport machst, solltest Du unbedingt ein moderates Training weiterführen. Warst Du bislang ein Couch-Potato ist das nun vielleicht der Punkt, Deinem Leben einen neuen Kick zu geben, damit Du lange gesund und fit bleibst [17,18].
  • Vergesse auch nicht, zwischendurch zu entspannen und achte auf genügend Schlaf. Denn Müdigkeit entfacht den Appetit. Wenn Du diese kleinen Regeln beachtest, könntest Du eventuell sogar ein paar Pfunde verlieren [19].

Wenn Du diese Schritte befolgst, kann es möglich sein sogar während dieser Zeit Gewicht zu verlieren.
Hier findest Du eine ausführliche Anleitung zum Abnehmen während und nach den Wechseljahren.

Fazit

Die Wechseljahre sind eine physisch und psychisch belastende Zeit. Wenn Du auf eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung achtest, ist das schon die halbe Miete. Versuche auch optimistisch zu bleiben und akzeptiere die Veränderungen Deines Körpers als unvermeidlich, Du wirst schließlich nicht älter, sondern besser.

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